Jubiläum
„Die Arbeit, die Sie leisten, ist unverzichtbar für diese Gesellschaft", betonte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in ihrem Festvortrag auf der Tagung zum 40jährigen Jubiläum der BAG SELBSTHILFE am 5. Oktober 2007 in Düsseldorf. Dabei habe die Selbsthilfe den Weg von der Enttabuisierung von Behinderung über Fürsorge und Wohlfahrtsstaat bis hin zur selbstbestimmten Teilhabe behinderter und chronisch kranker Menschen am Leben dieser Gesellschaft geschafft.
Das Prinzip Selbsthilfe brachte Ulla Schmidt mit dem Zitat eines chinesischen Sprichwortes auf den Punkt: „Wenn Du etwas lernen willst, dann frage einen Erfahrenen und nicht einen Gelehrten." Denn es seien die Betroffenen, die selbst erlebt hätten, was Diskriminierung sei, die Hürden erfahren hätten, und aus dieser Position heraus wüssten, welche Rahmenbedingungen wie geändert werden müssten, um zu Selbstbestimmung, Teilhabe und Gleichberechtigung beizutragen. Die Bundesgesundheitsministerin: „Wir können auf die Selbsthilfe und auf zivilgesellschaftliches Engagement gar nicht verzichten, wenn wir auch in Zukunft eine qualitativ hochstehende Versorgung gewährleisten wollen."
Ein gutes Beispiel sei die Gesundheitspolitik. Hier habe sich die Selbsthilfe zu einem ernstzunehmenden Partner im Gesundheitswesen entwickelt. „Das Gesundheitssystem der Zukunft wird ohne den informierten Patienten nicht funktionieren", so Ulla Schmidt. Aufgabe der Selbsthilfe sei es, durch Aufklärung und Information diese Partnerfunktion der Patientinnen und Patienten zu stärken.
Doch die Arbeit in der Selbsthilfe behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen wird zu 90 Prozent von Ehrenamtlern getragen, und so rückt die Finanzierung ihrer unverzichtbaren Leistungen in den Fokus. „Wir freuen uns, dass die Selbsthilfe einen so hohen Stellenwert genießt und zahlreiche Verbesserungen Eingang in die letzte Gesundheitsreform gefunden haben, doch für uns ist auf der einen Seite eine verlässliche und nachhaltige Förderung der Selbsthilfe und auf der anderen Seite die unbürokratische und zeitnahe Umsetzung der gesetzlichen Regelungen dringend notwendig," erklärte Friedel Rinn, Bundesvorsitzender der BAG SELBSTHILFE, auch mit Blick auf die Krankenkassen.
Bei der Sicherung der Finanzierung des zivilgesellschaftlichen Engagements der BAG SELBSTHILFE stellte die Ministerin noch einmal die notwendige Unabhängigkeit des Dachverbandes und seiner Mitgliedsverbände heraus. Sie sei dankbar für den Kodex der BAG SELBSTHILFE, der die unabhängige und transparente Zusammenarbeit mit der privaten Wirtschaft und anderen Beteiligten im Gesundheitswesen klar regle.
Zur Jubiläumstagung der BAG SELBSTHILFE wird eine Dokumentation erscheinen. Dort werden neben den zahllosen Grußworten befreundeter Verbände auch die von Gerda Hasselfeldt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und Heinz Winterwerber, Bürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, sowie eine Zusammenfassung der Reden der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt „Von der Fürsorge zur Selbstbestimmung und Beteiligung im politischen Entscheidungsprozess" und des Bundesvorsitzenden der BAG SELBSTHILFE, Friedel Rinn, veröffentlicht. Natürlich werden dort die Eröffnungsworte von Hannelore Loskill, stellvertretende Bundesvorsitzende der BAG SELBSTHILFE, ebenso wenig fehlen wie die Schlussworte von Volker Langguth-Wasem, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden.
Auch die Gesprächsrunde von Bundesgeschäftsführer Christoph Nachtigäller mit Anne Kreiling, der Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke und der ACHSE, und Geesken Wörmann, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter in Nordrhein-Westfalen, werden dort genauso zusammengefasst wie die Podiumsdiskussion mit Karin Evers-Meyer, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Helga Kühn-Mengel, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Gisela Piltz, Innen- und kommunalpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Andreas Kammerbauer, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hörgeschädigte, Aribert Reimann, Vorsitzender des Bundesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte, Rotraut Schmale-Grede, Vizepräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, und Hilde Schule, Vorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs, moderiert von Willibert Strunz.
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