Potentiale und Grenzen ehrenamtlicher Besuchsdienste der Selbsthilfe in Krankenhäusern

Laufzeit: 01.01.2015 - 31.12.2015

Förderung: IKK classic

Ausgangslage

Das Verhältnis zwischen Selbsthilfe und Krankenhaus hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gewandelt. War dieses Verhältnis lange Zeit eher von einem skeptischen Nebeneinander geprägt, so steht heute mehr und mehr die partnerschaftliche Kooperation im Mittelpunkt. Die hohe Arbeitsbelastung des Krankenhauspersonals, der Trend zu einer kürzeren Verweildauer, aber auch das Interesse der Selbsthilfe, möglichst früh Betroffenen zur Seite zu stehen, bieten hierfür vielfältige Ansatzpunkte.

Auch aus Sicht der Krankenhäuser bietet die Kooperation viele Chancen:

  • Selbsthilfegruppen erleichtern die Überleitung vom stationären in den ambulanten Bereich, weil sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner benennen können.
  • Pflegende sowie Ärztinnen und Ärzte können von den sehr differenzierten Erfahrungen der Selbsthilfe profitieren. Dies ist gerade bei seltenen Erkrankungen von großer Bedeutung.
  • Wenn Patientinnen und Patienten viele ihrer drängenden Fragen mit Aktiven aus der Selbsthilfe bereits klären können, bedeutet dies eine Entlastung des Pflegepersonals.

Aus diesen Gründen haben die Besuchsdienste der Selbsthilfe in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Andererseits darf nicht übersehen werden, dass die Selbsthilfe auf ehrenamtlichem Engagement beruht. Grundsätzlich bestimmt jede Selbsthilfegruppe selbst, wie, wo und wann sie tätig wird. Selbsthilfe ist daher kein gesetzlicher Leistungsträger und auch keine verplanbare Dienstleistungseinrichtung im Krankenhaus. Nicht nur in zeitlicher, sondern auch in emotionaler Hinsicht kann die Wahrnehmung ehrenamtlicher Besuchsdienste für den Einzelnen sehr belastbar sein. Auf die Selbsthilfegruppen und –organisationen fällt daher die Aufgabe zu, Überforderungen frühzeitig zu erkennen bzw. zu vermeiden und die in Besuchsdiensten Aktien zu unterstützen. Dies wirft in der Praxis viele Fragen auf.

Auch inhaltlich stellen sich viele Fragen: Wo endet die persönliche und anteilnehmende Information der Betroffenen und ab wann mischt sich die Selbsthilfe unangemessen in fachliche Fragen des Behandlungsgeschehens ein? Wann bietet die Selbsthilfe hilfreiche Hilfsmitteltrainings an und wann schlägt dies in eine unzulässige Bewerbung von Produkten einzelner Hersteller um?

Projektziele

Mit dem Projekt „Potentiale und Grenzen ehrenamtlicher Besuchsdienste der Selbsthilfe in Krankenhäusern“ wurden die vielfältigen Fragestellungen aufgearbeitet, die sich im Rahmen der Kooperation von Selbsthilfe und Krankenhaus bei der Durchführung von Besuchsdiensten ergeben.

Um der Vielzahl der Problemstellungen Rechnung tragen zu können, bedarf es eines flexiblen Handlungskonzepts, das es den Ehrenamtlichen, aber auch den beteiligten Selbsthilfegruppen und –organisationen erlaubt, die Dienste angemessen zu konzipieren, Problemstellungen zu reflektieren und Überforderungssituationen möglichst zu vermeiden.

Im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs von Selbsthilfeorganisationen sind im Projekt Good-Practice-Beispiele zusammengetragen und allgemein immer wieder auftauchende Problemlagen identifiziert worden. Auf der Basis dieser Analyse ist dann ein Handlungskonzept für die Verbände erstellt worden.

Perspektivisch zielt das Projekt darauf ab, die Rolle der Besuchsdienste der Selbsthilfe zu stärken.

Handlungsleitfaden

Im Rahmen des Projekts wurde ein Handlungsleitfaden erstellt.

Hier können Sie sich den Handlungsleitfaden ansehen und herunterladen:

Potentiale und Grenzen ehrenamtlicher Besuchsdienste der Selbsthilfe in Krankenhäusern (Leitfaden)  Dieses Dokument in neuem Tab öffnen und vorlesen

Foto Dr. Martin Danner

Kontakt

Dr. Martin Danner

Bundesgeschäftsführer

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