Selbsthilfe der Zukunft / Aktive Mitglieder gesucht - zielgruppenorientierte Nachwuchsgewinnung in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe

Laufzeit:Seit November 2016
Förderung:Das Projekt wurde im Jahr 2016 mit Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der BARMER initiiert.

Selbsthilfe der Zukunft

Laufzeit: 01.11.2018 - 31.12.2021
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und BARMER

 

Ausgangslage

Das Projekt "Selbsthilfe der Zukunft" schließt als Folgeprojekt an das im Zeitraum von 01.11.2016 - 31.10.2018 erfolgreich umgesetzte Projekt „Aktive Mitglieder gesucht – Zielgruppenorientierte Nachwuchsgewinnung in der gesundheitlichen Selbsthilfe“ an. Dieses Projekt hat viele Erkenntnisse über die Probleme, Bedarfslagen und Diskussionen der Selbsthilfeverbände zur Aktivierung und Gewinnung von Mitgliedern hervorgebracht. Durch vielfältige intensive Gespräche und Interviews mit den Verbänden sowie eine vertiefende Literaturanalyse, ist es den ProjektmitarbeiterInnen gelungen, aus diesen Erkenntnissen konkrete Handlungsansätze abzuleiten und für die Verbände, anhand von Strategiepapieren, praxisorientierten Arbeitsmaterialien und durch die Vernetzung von MultiplikatorInnen, eine wertvolle Grundlage für den Einstieg in die Thematik der strukturierten Mitgliedergewinnung und -aktivierung zu schaffen. Im Projektverlauf kristallisierten sich aber zusätzliche Bedarfe der Mitgliedsverbände heraus, die über die im Projekt „Aktive Mitglieder“ erstellten Handlungsleitfäden, die Impulse zur Optimierung der Verbandsarbeit gesetzt haben, hinausgehen und die mit dem vorliegend beschriebenen Folgeprojekt intensiv bearbeitet und spezifisch betrachtet werden sollen.

Wir wollen verschiedene innovative Konzepte konkretisieren, erproben und auswerten. Außerdem wollen wir neuartige Arbeitsformen, wie zum Beispiel Mentoring-Programme, implementieren.

Projektvorgehen

In unserem Projekt „Selbsthilfe der Zukunft“ werden eine Vernetzung und Kooperationen mit Selbsthilfeverbänden und anderen Organisationen im Bereich der Engagementförderung fokussiert. Gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden sollen strukturelle Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung praxisnah erprobt werden, dabei werden auch die unterschiedlichen Kommunikationsstrategien der Zielgruppen analysiert und zur Ansprache genutzt. Ein besonderes Augenmerkt wird auf den Kompetenzerwerb durch Schulungen der Mitglieder und MitarbeiterInnen der Verbände gelegt.
Die erarbeiteten Ergebnisse sollen visuell ansprechend veröffentlicht und breit diskutiert werden.

Schwerpunkte

Im Projekt sollen fünf Schwerpunktbereiche intensiv bearbeitet und spezifisch betrachtet werden:

  • Allgemeine Mitgliedergewinnung und Aktivierung
    Wir wollen jenen Verbänden, die strukturelle Besonderheiten und daraus resultierend einen speziellen Unterstützungsbedarf aufweisen Best-Practice Beispiele anbieten, die über die bereits erarbeiteten allgemeinen Handlungsempfehlungen aus dem Projekt „Aktive Mitglieder gesucht“ hinausgehen. Innovative Konzepte sollen erprobt und modellhaft angewendet werden, um spezifische Lösungen anzubieten.
     
  • Junge Betroffene
    Junge Menschen wollen sich durch das Engagement weiterbilden und neues erlernen. Somit kann insbesondere die Gruppe der jungen Betroffenen durch den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen in spezifischen Seminaren für die Selbsthilfearbeit gewonnen werden. Durch strukturelle Maßnahmen, wie den Einsatz von Mentoringprogrammen, Jugendgremien und Jugend-Scouts können interessierte junge Betroffene aktiv einbezogen werden.
     
  • Junge Menschen mit Migrationshintergrund
    Im Projekt „Aktive Mitglieder gesucht“ hat es sich gezeigt, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund das Konzept von Selbsthilfe kaum kennen und deshalb auch nicht nutzen. Wir wollen Informations- und Aufklärungskampagnen nutzen, um Menschen mit Migrationshintergrund überhaupt die Idee der Selbsthilfe zu vermitteln. Unter den Migrantenselbstorganisationen sollen Kooperationspartner für langfristige Zusammenarbeiten gesucht und mit den Mitgliedsverbänden in den Austausch gebracht werden.
     
  • Selbsthilfe im Quartier
    Wir wollen mit verschiedenen Ansätzen, wie der Bildung von Sozialen Netzen und dem Engagement im Präventionsbereich daran arbeiten, der Selbsthilfe einen festen Platz im Quartier zu sichern. Neuentstehende Quartiersentwicklungskonzepte sollen auf die Potentiale von Selbsthilfe aufmerksam gemacht werden und langfristig soll Selbsthilfe im Alltag und im direkten Lebensumfeld der Betroffenen und der Angehörigen verankert werden.
     
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit soll eine höhere Sichtbarkeit der Selbsthilfe bewirken. Vor allem die Sozialen Medien sollen hierbei eine große Rolle spielen und als Querschnittsthema in allen Schwerpunktbereichen mitbearbeitet werden. Die digitale Vernetzung zwischen den Verbänden steht im Vordergrund und soll gemeinsam weiterentwickelt werden.

Aktive Mitglieder gesucht

Laufzeit: 01.11.2016 - 31.10.2018
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und BARMER

Ausgangslage

Viele von unseren Mitgliedsverbänden kämpfen seit Jahren mit stagnierenden oder sinkenden Mitgliederzahlen, es scheint nicht mehr selbstverständlich, dass sich chronisch kranke Menschen für ihre Belange einsetzen. Außerdem haben sich die Erwartungen und Ansprüche an Selbsthilfe in den letzten Jahren verändert. Einerseits sind Dienstleistungs- und Informationsbeschaffung immer mehr die treibende Kraft für den Weg zur Selbsthilfe, andererseits hat die Bereitschaft zu einem langfristigen Engagement generell nachgelassen. Gerade in Zeiten der Digitalisierung befürchten die Verbände eine Entwertung ihrer Arbeit und eine gesteigerte Dienstleistungserwartung Betroffener. An die Selbsthilfe werden multiple Ansprüche gestellt, die sich durchaus als Herausforderungen darstellen. Einerseits übernimmt die Selbsthilfe breitgefächerte Aufgaben, andererseits kämpft sie gegen ein verstaubtes Bild von überalterten Stuhlkreisgruppen.
Wir wollen neue Formen von Engagement finden und darstellen, die die Chance bieten, diese Herausforderungen zu bewältigen. Außerdem wollen wir Konzepte finden und entwickeln, wie neue Mitglieder gefunden und aktiviert werden können.

Projektvorgehen

In unserem Projekt „Aktive Mitglieder gesucht“ haben wir uns intensiv mit der vielfältigen Landschaft der Selbsthilfeverbände beschäftigt, ihre Anliegen, Problemstellungen und Lösungsansätze analysiert und in unsere Auswertungen mit einbezogen. Die Erkenntnisse aus den Interviews mit unseren Mitgliedsverbänden haben wir durch eine umfassende Literaturrecherche und -Analyse vertieft. Ehrenamtsgewinnung ist ein Thema, das viele Gesellschaftsbereiche bewegt und es gibt bereits von vielen „Non-Profit-Organisationen“ Konzepte und Strategien, wie neue Ehrenamtliche gewonnen werden können. Deshalb haben wir auch außerhalb des Selbsthilfebereichs den Austausch gesucht und stehen neuen Konzepten offen gegenüber.

Schwerpunkte

Im Projekt sollen insbesondere vier Schwerpunktgruppen angesprochen und für die Selbsthilfe gewonnen werden:

  • Junge Selbsthilfe
    Wir wollen junge Menschen für die Selbsthilfe begeistern und neue Konzepte entwickeln, um diese anzusprechen. Kampagnen, die die zielgruppenspezifische Lebenssituation thematisieren, oder Teilhabeprogramme können für einen ersten Einstieg sorgen.

  • Menschen mit Migrationshintergrund
    Aufgrund sprachlicher Hürden, kultureller Unterschiede und anderer Zugangsbarrieren finden Menschen mit Migrationshintergrund seltener zur Selbsthilfe. Im Projekt werden Lösungsansätze und Kooperationsmöglichkeiten erarbeitet.

  • Selbsthilfe im Quartier
    Das selbstständige Leben im eigenen Quartier ist für viele ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten nur durch die Hilfe von sozialen Netzwerken möglich. Selbsthilfe kann in der direkten Nachbarschaft wirken und dabei helfen, länger im eigenen Quartier bleiben zu können.

  • Selbsthilfe und Reha
    Gerade im Anschluss an eine Reha-Therapie wollen sich Betroffene mit anderen über ihre Krankheit austauschen und den Umgang mit der Krankheit gemeinsam angehen. Deshalb bietet auch diese Zielgruppe ein großes Potential für die Mitgliedergewinnung.

  • Soziale Medien
    Soziale Medien dienen heutzutage für die alltägliche Kommunikation und den Informationsgewinn. Junge Menschen bewegen sich täglich in den Sozialen Medien, Menschen mit Migrationshintergrund können in Sozialen Medien niedrigschwellig Informationen sammeln, im Quartier können durch Soziale Medien neue Netzwerke geschaffen werden und Betroffene können sich im Anschluss an ihre Reha-Therapie durch soziale Medien miteinander vernetzen. Selbsthilfe kann deshalb die Vorteile von Sozialen Medien zur Ansprache und Gewinnung von neuen Mitgliedern nutzen.

  • Aktivierung für verantwortungsvolle Posten
    Viele verantwortungsvolle Aufgaben werden als unattraktiv betrachtet und mit einem zu hohen Aufwand verbunden. Deshalb suchen wir nach neuen Modellen, wie Verantwortung auf mehr Schultern verteilt werden kann.

Ansprechpersonen

Eva Mira Bröckelmann

Projektleiterin

Tel.: 0211 31006-22
Mail: eva.broeckelmann@bag-selbsthilfe.de

 

Eva Kauenhowen

Projektassistentin, Schwerpunkt Soziale Medien

Tel.: 0211 31006-20
Mail: eva.kauenhowen@bag-selbsthilfe.de

Sharepic Generator der BAG SELBSTHILFE

Das Internet, als Informations- und Kommunikationskanal, ist aus dem Alltag der meisten Menschen in Deutschland nicht mehr wegzudenken, unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Relevanz der digitalen Medien auch für Selbsthilfeverbände ist besonders im Bereich der Ansprache von Interessierten und bei der Verbreitung von politischen Forderungen sehr hoch.

Gerade die Sozialen Medien spielen hierbei eine große Rolle. Als Dachverband sieht es die BAG SELBSTHILFE auch als ihre Aufgabe an, ihre Mitgliedsverbände in der Nutzung neuer Medien zu unterstützen. Innerhalb des Projektes „Aktive Mitglieder gesucht“ wurde zu diesem Zweck eine moderne Onlineanwendung entwickelt, der „BAG SELBSTHILFE Sharepic Generator“, mit dem niedrigschwellig Bilder mit einem hohen Wiedererkennungswert erstellt werden können.

Den „BAG SELBSTHILFE Sharepic Generator“ finden Sie unter diesem Link: http://sharepic-bag-selbsthilfe.de/

Wenn Sie Fragen zur Anleitung oder zum Passwort haben, können Sie die ProjektmitarbeiterInnen gerne unter den unten genannten Daten kontaktieren.

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Papier zum Sharepic Generator im Intranet der BAG SELBSTHILFE.

Foto Eva Mira Bröckelmann

Kontakt

Eva Mira Bröckelmann

Projektleiterin

Tel.: 0211 31006-22
Fax: 0211 31006-48
Mail: eva.broeckelmann@bag-selbsthilfe.de

Hauptgeschäftsstelle
Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf