Filmprojekt „Aufgefangen werden statt Abstürzen"

Selbsthilfepotenziale nutzen bei psychischen Zusatzbelastungen von chronisch kranken und behinderten Jugendlichen

Kontakt

Burga Torges

Referatsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 0211 31006-25
Fax: 0211 31006-48
Mail: burga.torges@bag-selbsthilfe.de

Hauptgeschäftsstelle
Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf

Laufzeit: 01.03.2019 - 30.06.2021
Förderung: DAK Gesundheit

Projektbeschreibung

Das Leben mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen ist mit vielen psychischen Belastungen verbunden, die sich in dieser Form bei gesunden Menschen nicht stellen. Gerade bei jüngeren Menschen kumulieren sich diese Belastungen mit den allgemeinen Herausforderungen der Loslösung vom Elternhaus, der Pubertät und der privaten und beruflichen Neuorientierung. Nicht selten kann diese Belastungssituation auch zu psychischen Erkrankungen führen. Gerade bei jüngeren Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sind psychische Erkrankungen wie Belastungsstörungen und Depressionen oftmals als Co-Morbidität festzustellen.

In der psychosomatischen Medizin sind in den letzten Jahren Einschränkungen der Lebensqualität und psychische Komorbiditäten bei chronischen körperlichen Erkrankungen systematisch untersucht worden. Eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit und die Verletzung der körperlichen Integrität sind erhebliche Veränderungen, die mit einer chronischen körperlichen Erkrankung einhergehen können und bewältigt werden müssen. Auch kann eine subjektiv empfundene oder objektiv beschreibbare Lebensbedrohung eine erhebliche Belastung für diese Patientinnen und Patienten darstellen. Schmerzen können erheblich beeinträchtigen und aversiv erlebte therapeutische Maßnahmen können z.T. auch wiederholt und regelmäßig erforderlich sein. Neben den unmittelbar indizierten medizinischen Maßnahmen wird nicht selten eine Abhängigkeit vom medizinischen System insgesamt erlebt, Hilflosigkeit kann auftreten, persönlich bedeutsame Werte und Rollen können wegfallen und das Selbstbild insgesamt bedroht werden.

Dies alles birgt das Risiko möglicher depressiver Störungen als Folgeerkrankung in sich.

Nicht allein sein

Ein Film über junge Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, Depressionen und das Potenzial junger Selbsthilfe

Junge Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen entwickeln häufig psychische Erkrankungen, vor allem Depressionen. Die Dokumentation NICHT ALLEIN SEIN porträtiert vier junge Menschen mit dieser Problematik im Leben und zeigt, welches Potenzial die Selbsthilfe hier haben kann.

Jennifer (22) leidet seit ihrer Jugend an einem Lymphödem. Neben der Belastung, diese Diagnose in jungen Jahren zu bekommen, waren die Reaktionen ihrer Mitschüler*innen überwiegend negativ und so folgten für sie Isolation und das Gefühl, alleine zu sein. Oliver (28) hat ADHS und leidet seit frühester Kindheit an Depressionen. Er wusste immer, dass mit ihm etwas nicht stimmt, aber nie genau was. Monique (20) hat Endometriose. Die lange Suche nach einer Diagnose machte sie depressiv, bis sie den Entschluss fasste, sich selbst zu helfen. Alena (22) hatte als Säugling Augenkrebs, ein Auge musste damals entfernt und das andere bestrahlt werden. Im Alter von sieben Jahren bekam sie noch einen Weichteiltumor an der linken Schläfe. Mit 18 Jahren bekam sie Depressionen und begab sich in Behandlung.

Alle vier Betroffenen waren irgendwann an einem Punkt im Leben, von dem aus es ohne fremde Hilfe nicht weitergegangen wäre. Heute gestalten sie selbst verschiedene Formen der Selbsthilfe und erleben diese positiv. Sie erzählen, wie wichtig die Selbsthilfe in ihrem Leben war und ist, und was das Besondere an junger Selbsthilfe ist. Über ihre Geschichten zeigt der Film verschiedene Wege, sich selbst und damit auch anderen zu helfen, und wie wichtig es ist, das Gefühl zu erleben, nicht alleine zu sein. Ein Austausch auf Augenhöhe ist sehr wertvoll für alle Betroffenen. Damit will der Film auch andere junge Menschen motivieren, nach passenden Angeboten der Selbsthilfe zu suchen, anstatt sich zu isolieren.

Die Filmproduktion ist eine Kooperation zwischen dem Medienprojekt Wuppertal e.V. und der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. sowie dem Kindernetzwerk e.V. gefördert durch die DAK Gesundheit.

Wenn Sie Interesse daran haben, den Film als DVD zu kaufen, auszuleihen oder Lizenzen zu erwerben, dann wenden Sie sich bitte an das Medienprojekt Wuppertal (Bestellmöglichkeit auf der Homepage).

Nähere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage