Unsere aktuellen Projekte
Unsere aktuellen Projekte in der Selbsthilfe
Unsere Projekte sind so vielfältig wie unsere Mitgliedsorganisationen. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie unterstützen Betroffene dabei, ihr Leben aktiv zu gestalten und sich in der Selbsthilfe zu engagieren. Aktuelle Schwerpunkte sind beispielsweise Fortbildungen zu KI- oder Digitalisierungsthemen, Herausforderungen des Klimawandels oder auch die Unterstüzung von Frauen und Mädchen bei der beruflichen Qualifizierung.
FemPowerment
Das Projekt FemPowerment stärkt die Teilhabe von Frauen mit Schwerbehinderung in der digitalen Arbeitswelt. Durch IT-Qualifizierungen mit Fokus auf digitale Barrierefreiheit, die Ausbildung von Multiplikator*innen und Sensibilisierung von Unternehmen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert. Eine wissenschaftliche Evaluation begleitet das Projekt, und die Potenziale von Medizinischen Behandlungszentren für berufliche Rehabilitation werden geprüft.
Insgesamt werden 60 Frauen qualifiziert und 24 Multiplikator*innen ausgebildet. Die Ergebnisse fließen in ein bundesweites Schulungs- und Vernetzungsangebot ein. Das Projekt wird von der BAG SELBSTHILFE, dem FrauenComputerZentrumBerlin e.V. und der Universitätsmedizin Halle getragen.
KundiG – Verbreitung digitaler Gesundheitskompetenz in der Selbsthilfe
Mit dem Projekt „KundiG 2026–2027“ soll die digitale Gesundheitskompetenz in der Selbsthilfe bundesweit weiter gestärkt und strukturell verankert werden.
Auf Grundlage der in den vergangenen Jahren entwickelten und evaluierten Kursstruktur werden in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt 24 KundiG-Kurse umgesetzt. Die Kurse werden jeweils von qualifizierten Tandems ausgebildeter Kursleitungen durchgeführt.
Neben der Durchführung der Kurse umfasst das Projekt:
- eine begleitende wissenschaftliche Evaluation durch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH),
- die organisatorische Koordination des bundesweiten Gesamtvorhabens,
- den Aufbau und die Verstetigung einer Austauschplattform für Kursleitungen und Teilnehmende,
- die kontinuierliche inhaltliche und didaktische Aktualisierung des Curriculums, insbesondere im Hinblick auf digitale Entwicklungen und Barrierefreiheit.
Ziel ist es, digitale Gesundheitsanwendungen (z. B. ePA, digitale Informationsangebote, Gesundheitsportale) verständlich zu vermitteln, Selbsthilfeaktive zu Multiplikator*innen auszubilden und nachhaltige Kompetenzstrukturen in der Selbsthilfe aufzubauen.
GUIDE AI
Das Projekt GUIDE-AI untersucht, wie Anwendungen der Künstlichen Intelligenz dazu beitragen können, die Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen stärker an medizinischen Leitlinien auszurichten und die Behandlungsqualität nachhaltig zu verbessern.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Evaluation KI-gestützter Entscheidungs- und Unterstützungssysteme, die medizinisches Fachpersonal bei der leitliniengerechten Therapieplanung unterstützen sollen.
Die BAG SELBSTHILFE ist Konsortialpartner des Projekts und bringt systematisch die Perspektive von Patientinnen und Patienten in die Projektarbeit ein. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die entwickelten KI-Anwendungen patientenzentriert, verständlich und vertrauenswürdig gestaltet werden und tatsächliche Bedarfe chronisch erkrankter Menschen berücksichtigen.
KI-Akademie der Selbsthilfe
KI-Anwendungen auf Landesebene sicher, praxisnah und selbstbestimmt nutzen
Die Thematik
Künstliche Intelligenz eröffnet auch für die Selbsthilfearbeit neue Möglichkeiten, wirft zugleich aber viele Fragen und Unsicherheiten auf. Gerade ehrenamtlich engagierte Menschen stehen häufig vor der Herausforderung, zahlreiche organisatorische, kommunikative und fachliche Aufgaben mit nur begrenzter Zeit und begrenzten Ressourcen zu bewältigen. Berührungsängste entstehen insbesondere mit Blick auf die Verständlichkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit von KI-Ergebnissen sowie auf mögliche Fehler, Datenschutzrisiken und Diskriminierungspotenziale. Hinzu kommt die Sorge, dass der Aufwand für Einarbeitung und Anwendung den erhofften Nutzen übersteigen könnte. Deshalb braucht es eine verständliche, praxisnahe und kritisch-konstruktive Orientierung, die Selbsthilfeaktive Schritt für Schritt befähigt, Chancen und Grenzen von KI realistisch einzuschätzen.
Das Projekt
Das Projekt richtet sich an interessierte Selbsthilfeaktive auf Landesebene in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und wird gemeinsam mit den dortigen Landesarbeitsgemeinschaften umgesetzt. In mehreren Online-Workshops werden zunächst Grundlagen zu KI, zum Prompten und Trainieren von Anwendungen sowie zu rechtlichen Fragen vermittelt. Anschließend werden konkrete Anwendungsfälle – sogenannte Use Cases – aus der Selbsthilfearbeit identifiziert, analysiert und nach ihrer Praxistauglichkeit priorisiert. Dabei stehen die besonderen Bedingungen ehrenamtlich getragener Landesverbände, die Arbeit von Gruppenleitungen und der Vernetzungsbedarf im ländlichen Raum im Mittelpunkt. Auf dieser Grundlage entstehen passgenaue KI-Anwendungen und Arbeitshilfen.
Die Förderungsmöglichkeit
Der größte Teil des Projekts wird durch die BKK–Landesverband NORDWEST gefördert. Für die nachhaltige Umsetzung und den praktischen Nutzen des Vorhabens werden jedoch weitere Budgets benötigt. Insbesondere sollen damit verständliche Handouts, Arbeitshilfen und weiteres Lehrmaterial für die Teilnehmenden erstellt werden. Diese Materialien unterstützen die Anwendung der Inhalte über die Workshops hinaus und tragen dazu bei, dass die gewonnenen Kenntnisse in die Landesverbände und in die Selbsthilfe vor Ort weitergegeben werden können.
Mit Ihrer Unterstützung wird aus Qualifizierung konkrete Handlungssicherheit: Selbsthilfeaktive können KI dort einsetzen, wo sie entlastet – verantwortungsvoll, datensensibel und passend zu ihren Arbeitsbedingungen.